HHE

Die regelspurige Halle-Hettstedter Eisenbahn (HHE) wurde 1896 nach dem preußischen Kleinbahngesetz als solche eröffnet und führte auf einer Länge von 44,6 km von der Stadt Halle(Saale) nach Hettstedt. 1897 verschmolz sie mit der 1895 in Betrieb gegangenen Halleschen Hafenbahn und der ebenfalls 1895 fertiggestellten Industriebahn mit einer Spurweite von 1000 mm, die Firmen im Stadtgebiet von Halle bediente. Eine Zweigstrecke führte von Gerbstedt nach Friedeburg an der Saale.

Betrieben wurde die HHE von der Firma Lenz & Co, sie war nach der Riesengebirgsbahn in Schlesien die profitabelste Kleinbahn in Deutschland. In ihrem Bestand befanden sich 1932 44 Personenwagen, 288 Güterwagen und 16 Rollböcke. Nach Übernahme durch die Deutsche Reichsbahn 1949 gehörten 16 Dampflokomotiven zum Bestand.

Im Jahre 2002 wurden die letzten beiden Streckenabschnitte Halle-Nietleben – Halle-Dölau und Hettstedt – Gerbstedt stillgelegt. Fünf Jahre später gründete sich der Verein Freunde der Halle-Hettstedter Eisenbahn e.V. mit dem Ziel, Streckenabschnitte im Rahmen eines kulturellen Vernetzungsprojektes zu reaktivieren. 2017 konnte nach seiner Instandsetzung der erste Abschnitt Heidebahnhof – Bf Dölau gemeinsam mit Verkehrsminister Webel wiedereröffnet werden: https://www.youtube.com/watch?v=nSb3_iHccvE.

86 001 und 89 1004 mit einem Sonderzug am 6.10.1990 auf der Halle-Hettstedter Eisenbahn bei Quillschina (c) Thomas Wedel
86 001 und 89 1004 mit einem Sonderzug am 6.10.1990 auf der Halle-Hettstedter Eisenbahn bei Quillschina (c) Thomas Wedel